Kaum ein Quartier in Hamburg vereint Wohnen, Gastronomie, Naherholung und Tourismus auf so engem Raum wie Övelgönne – umso wichtiger wäre hier eine Elbchaussee-Planung mit Augenmaß. Die Antwort des Senats auf eine CDU-Anfrage zeigt, dass dieses Augenmaß beim Senat fehlt. Zwar heißt es, zentrale Entscheidungen seien noch nicht getroffen. Gleichzeitig hält der Senat jedoch unverändert an seiner Planung für neue Radverkehrsanlagen fest. Die Konsequenzen sind klar: der Wegfall einer Vielzahl an Parkplätzen und damit deutlich weniger Erreichbarkeit für die Anwohnerinnen und Anwohner und das Gewerbe vor Ort.
Dazu erklärt Dr. Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Der Senat tut so, als sei noch alles offen. Tatsächlich ist die Richtung längst vorgegeben: Der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur hat Vorrang, während die berechtigten Interessen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Besuchern nachrangig behandelt werden. Dass die Datengrundlage für den erwarteten Parkplatzbedarf überwiegend auf Erhebungen im Winter und Frühjahr beruht und die Situation an den stark frequentierten Sommerwochenenden nicht untersucht wurde, macht das umso deutlicher. Wer Parkplätze abbaut, muss zumindest erklären, wie ältere Menschen, Familien, Handwerker, Pflegedienste oder die örtliche Gastronomie künftig erreichbar bleiben. Der Senat bleibt die Antworten darauf schuldig. Das ist eine Politik, die vergessen hat, dass sie Lösungen für alle Menschen finden muss – und nicht nur für diejenigen, die mit dem Fahrrad fahren.“
