Baustellenkoordination Elbchaussee: Nicht gewollt oder nicht gekonnt?

Seit der Vollsperrung der Elbchaussee am 10. Juni 2025 herrscht in angrenzenden Wohngebieten in Ottensen massives Verkehrschaos. Straßen wie die Bernadottestraße, die Große Brunnenstraße oder Rothestraße sind überlastet, Kreuzungen blockiert, Rettungsfahrzeuge kommen kaum durch. Auch der Busverkehr bricht an Engstellen regelmäßig zusammen. Anwohnerinnen und Anwohner berichten von gefährlichen Situationen – etwa Kinder, die über die Straße laufen oder alte Menschen, die mit dem Rollator auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

„Das ist entweder schlecht geplant oder schlecht gemacht – beides ist inakzeptabel und lebensgefährlich für die Menschen vor Ort“, kritisiert Dr. Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Auch hier wurde wieder bei der Baustellenkoordination geschlampt. Es wurde versäumt, die Ampelschaltungen an die veränderten Verkehrsströme anzupassen. Erst drei Monate nach Baustellenbeginn wurde eine provisorische Ampelanlage bestellt – eine Umprogrammierung der vorhandenen Anlagen sei laut Senat „nicht schnell genug realisierbar“ gewesen. Die provisorische Anlage ging erst Ende Juli in Betrieb. Noch unverständlicher: Auf dieser zentralen Großbaustelle, die massive Auswirkungen für den gesamten Hamburger Westen mit sich bringt, arbeiten laut Senat lediglich ein bis zwei Kolonnen mit drei bis fünf Bauarbeitern – im Einschichtbetrieb von 7 bis 17 Uhr. Erst jetzt wird aufgrund der massiven Beschwerdelage geprüft, ob die Bauzeit verkürzt werden kann. Die Anwohnerinnen und Anwohner leiden derweil unter erheblichem Lärm, Staubildung und Abgasen. Es muss endlich nachgesteuert werden: mehr Personal auf der Baustelle, durchdachte Verkehrslenkung, echte Entlastung für die betroffenen Stadtteile – und eine solide Vorbereitung des kommenden dritten Bauabschnitts!“